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    Pressemeldungen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge

    1.6.2015 Drucken

    DIA-Zukunftspreis an Dr. Tobias Benz verliehen

    Dr. Tobias Benz erhält für seine Dissertation an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit dem Thema „Ausgabenprojektion, Reformszenarien und Rücklagenbildung der Beamtenversorgung in der Bundesrepublik Deutschland“ den DIA-Zukunftspreis. Er hat sich damit einem hochaktuellen, aber politisch immer noch unterschätzten Problem gewidmet. Zwischen den 1960er und 1980er Jahren stellten Bund und Länder in großer Zahl Beamte ein, ohne dafür ausreichende Rücklagen für die künftigen Versorgungsleistungen zu bilden. In naher Zukunft werden kohortenstarke Jahrgänge in den Ruhestand eintreten, was zu einem deutlichen Anstieg der Ausgaben für Ruhegehälter, Beihilfe und Hinterbliebenenversorgung führt. Vor allem wegen der neuen Verschuldensregeln wird die Finanzierung der schwebenden Versorgungszusagen insbesondere die Bundesländer vor enorme Schwierigkeiten stellen.

    Die Arbeit von Dr. Tobias Benz analysiert die seit 1999 zaghaft begonnene Rücklagenbildung, erstellt unabhängige Ausgabenprojektionen differenziert nach den Versorgungsarten und diskutiert Reformszenarien. Er untersucht damit ein aktuelles und gesellschaftlich wie volkswirtschaftlich brisantes Thema. Seine Berechnungen zeigen den künftigen Finanzierungsbedarf der Beamtenversorgung auf Bundes- und Länderebene für verschiedene Szenarien auf und untermauern dadurch die künftigen Herausforderungen eindrucksvoll, urteilte die Jury. Ihr gehören an: Prof. Dr. Martin Werding, Ruhr-Universität Bochum, Michael Reeg, Hoesch & Partner Frankfurt, und Prof. Dr. Thomas Köhne, Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin.

    Dr. Tobias Benz wechselte inzwischen von der Wissenschaft in die Kommunalpolitik. Seit dem 1. Dezember 2014 leitet er die Gemeinde Grenzach-Wyhlen nahe der deutsch-schweizerischen Grenze als hauptamtlicher Bürgermeister, nachdem er im Oktober vergangenen Jahres im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gegen acht Bewerber gewann. Aber auch im neuen Beruf will er der Wissenschaft verbunden bleiben, zumal es viele inhaltliche Überschneidungen mit der bisherigen finanzwissenschaftlichen Forschungstätigkeit am Forschungszentrum Generationenverträge gibt.

    Der DIA-Zukunftspreis, der jährlich vergeben wird, ist mit 5.000 Euro dotiert. Seit einigen Wochen läuft bereits die Bewerbungsfrist für 2015. Die detaillierten Informationen zur Ausschreibung befinden sich auf der DIA-Website. „Wir ermuntern all jene, die sich mit Themen der Alterssicherung, Demografie und Generationengerechtigkeit beschäftigen, Arbeitsergebnisse zur Beurteilung an die unabhängige Jury einzureichen“, erklärte DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. Beteiligen können sich Studenten, Wissenschaftler sowie Mit­arbeiter aus Versorgungseinrichtungen und der Finanzbranche insgesamt, die sich berufs­begleitend mit Untersuchungen zu Altersvorsorgethemen, zum Beispiel im Rahmen von Abschlussarbeiten oder Dissertationen, beschäftigen sowie Autoren von Fachbüchern und längeren Fachbeiträgen, sofern die Veröffentlichungen zu einem erheblichen Teil auf analytischen Grund­lagen beruhen.

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